Von Erlebnissen mit Flaschen

Nyx am 7. Juli 2012 um 14:00

Irgendwie klingt der Anfang dieses Artikels sicher gleich wieder nach „Früher war alles besser – sogar die Vergangenheit!“… ganz so ist es nicht, viele technische Neuerungen sind großartig, aber früher konnte man seine leeren Bierpullen einfach im Supermarkt an der Kasse abgeben und bekam sein Geld zurück – einfaches, wenig fehleranfälliges Prinzip, das eigentlich jeder umzusetzen imstande sein sollte.

Mit der Einführung des Dosenpfandes jedoch wurde alles anders… der Pfandautomat für PET-Flaschen hielt Einzug in unser Leben, und damit begann eine Ära, in der die Dauer eines Einkaufsvorgangs quasi nicht mehr abschätzbar ist und in der man sich manchmal einen Valiumautomaten vor dem Supermarkt wünscht… obwohl… nein, bitte nicht noch einen Automaten!

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Pastakäse

Nyx am 27. November 2011 um 23:50

Ich praktiziere ja derzeit zum wiederholten Male ein wohnungstechnisches Überlebensexperiment (nach „Wohnen mit der Pottsau“ und „Überleben bei der Psychotrulla“ seid Ihr nun quasi live dabei bei „Obdachlos und Spaß dabei“)… momentan hause ich (man kann es nicht anders nennen) in mir freundlicherweise zur Verfügung gestellten Räumen, über die ich hier gerade gar nicht näher schreiben möchte und sollte – wichtig zu wissen ist im Zusammenhang mit diesem Artikel auch eigentlich nur, dass diesen Räumen eine Küche zugehörig ist, die ich zwar momentan nutzen kann, aber niemand weiß, wie lange… und überhaupt habe ich natürlich wenig Bock, für ein paar Wochen die gesamte Ausstattung eines Gewürzregals (und meine Gewürzregale sind üblicherweise eher überdurchschnittlich ausgerüstet, ich hab’ da eher ganze Schubladen voll) hier anzuschleppen. So trug es sich zu, dass ich ursprünglich den Entschluss fasste, nun erst einmal einige Wochen von Fertigfraß zu leben, den ich allerdings genauso spontan wieder verwarf, als ich feststellte, dass es durchaus Nudelsaucen gibt, die weder mit Salz, noch mit Pfeffer und auch nicht mit einer Kombination daraus genießbar zu machen waren… es musste also doch mehr her als das, und so begann ich, hier doch noch unter Survivalbedingungen (mit Desinfektionstüchern gereinigte Töpfe sind da noch das harmloseste Utensil… ein Sieb habe ich bis heute nicht gefunden und gieße Nudeln nun üblicherweise mit einem zum Topf nicht annähernd passenden Deckel ab, erstaunlicherweise bisher, ohne mir dabei Verbrennungen mehr als ersten Grades zuzufügen, aber 250 ml Milch lassen sich beispielsweise hervorragend in einer leeren Bierpulle abmessen) im weitesten Sinne zu kochen, wenn man es so nennen mag.

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Morgens auf dem S-Bahnsteig

Julia am 16. September 2011 um 13:18

Da gibt es zwei Freundinnen, die nett plaudern. Da kann man gut zuhören und sich die Langeweile vertreiben lassen. Und wenn mal eine der beiden nicht da ist, ist nicht nur ihre Freundin betrübt.

Da gibt es ein ungewöhnlich gekleidetes Mädchen, welches es anzugucken lohnt. Eins! In Berlin! Liegt es an der Uhrzeit oder am Stadtteil?

Da gibt es einen Typen, der mich stets ganz kurz an meinen Freund erinnert. Bis er seine Kippe auf den Bahnsteig schmeißt und mir sein Fußball-Fan-Tattoo (am Hals!) wieder gewahr wird.

Da gibt es eine Gruppe Azubis, die sich so mit ihrem Job identifizieren, dass sie sich selbst entworfene Gerüstbau-Logos auf die Pullis drucken lassen.

Da gibt es ein, zwei Rettungssanis und viele Handwerker. Das liegt definitiv an der Uhrzeit.

Die Zeit vertreibe ich mir aber nicht nur damit, Leute zu beobachten, sondern auch damit, um den Zeitungsstand zu schleichen und die Schlagzeilen zu lesen. Drei bis vier berliner Zeitungen gleichen sich und der Bild dabei augenscheinlich. Ob es wenigstens eine ernstzunehmende Tageszeitung in bzw. aus Berlin gibt?

Mein neuer Job

Nyx am 1. August 2011 um 02:12

Das weitestgehend faule Studentenleben hat ein Ende – ich hatte binnen weniger Tage chronologisch mein Zeugnis, meine Anerkennung, nach einem Vorstellungsgespräch, in dem ich erfreulicherweise erstaunlich wenige Dinge so zurechtlügen musste, wie es mein Wunschchef meiner Ansicht nach hätte hören wollen auch meinen Arbeitsvertrag und mittlerweile meinen Wohngeldantrag in der Hand, was mein Leben schlagartig hätte ändern sollen – möchte man glauben.

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Was ist ein Schraubertag? Oder: Das Ding muss doch kaputtzukriegen sein!

Nyx am 9. Juni 2011 um 01:34

Kommen wir heute zur nächsten Episode aus Nyxchens Einführung in die Welt der Zweiradfahrer für Außenstehende – Thema ist die Klärung der Frage, was eigentlich ein Schraubertag ist – wer mit motorradaffinen Menschen zu tun hat, hat diesen Begriff möglicherweise schon mal als Entschuldigung dafür, dass man mal eben mindestens ein ganzes Wochenende lang nicht zu sprechen ist, gehört.

Ein ganzes Wochenende? Das heißt doch „SchrauberTAG“… also ein Tag? Weit gefehlt, dazu allerdings später mehr.

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Discountnamen

bjo am 31. Mai 2011 um 13:11

Als Student hat man ja, sofern man nicht gerade aus betuchterem Hause kommt und BWL oder Jura studiert, nicht besonders viel Geld. Man kauft also  in einem der Märkte der Gebrüder Albrecht oder einem der Mitbewerber ein.

So manche Produktbezeichnung oder -beschriftung scheint allerdings doch etwas unglücklich gewählt zu sein.

Das Schweizer Waschmittel „Linux“ führt durchaus zu Heiterkeit, doch wieso heisst die Marke eines Kinderriegel-Pendants „Animation“? Sollen Kinder zum Schokoladenkonsum animiert werden und man konnte sich keinen Kinderriegeljungen leisten?

Ebenso eine Cornflakespackung – deutsch und italienisch beschriftet – hier prankt neben dem Grünen Punkt auch das Zeichen für Altpapier. Unter dem Grünen Punkt steht allerdings: „Gilt nicht für Deutschland“. Dabei gibt es das „Duale System“ ja nur in Deutschland. Hauptsache mal draufgedruckt?

Der ewige Kalender für den internetaffinen Moppedfahrer

Nyx am 24. Mai 2011 um 19:14

Januar: Es ist ruhig in den Moppedforen… die Winterfahrer drehen ihre Runden – was eigentlich nicht der Rede wert ist. Die Moppeds laufen halt wie immer… an den Treffpunkten trifft man niemanden. Absolut niemanden. Man kriegt auch keinen Kaffee, die Toiletten sind abgeschlossen… ist aber auch egal, die P**** würde ohnehin auf dem Weg in die Schüssel schockgefrostet.

Andere Winterfahrer werden überschwänglich gegrüßt.

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Wie ein Tintenfisch auf Crack

Nyx am 24. Mai 2011 um 15:13

Neulich las ich in irgendeinem Video-Kommentar: „Ihr Deutschen seid doof, Ihr hasst alles, worauf Ihr stolz sein könnt!“ – Neeeeein… so kann man das nicht sagen… ich kann nur einfach nicht stolz darauf sein, wenn ich irgendwo im Ausland, sobald man festgestellt hat, ich bin Deutsche, mit einem freundlichen „Laaf Olaf!“ begrüßt werde – dann doch lieber „Kölle Alaaf!“… das ist weniger mit Fremdschämen verbunden, die gröhlenden und sich bekotzenden, albernen Leute, die unkoordiniert durch die Gegend torkeln, sind beim Karneval wenigstens besoffen, wenn sie unkontrollierte Dinge tun!

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Vom Verfall der deutschen Sprache

Nyx am 15. Mai 2011 um 04:01

Eigentlich sagt die Überschrift schon ganz gut, um was es hier geht: Zugegeben, ich bin Rechtschreibfanatiker – böse Zungen bezeichneten mich gar schon als Rechtschreibnazi.

Ich gebe außderdem zu, dass das echt ausgeprägt ist – klar kann ein Schreibfehler hier oder da mal passieren, der passiert mir auch, und es muss auch nicht jeder alle Regeln kennen… aber schon früh im Leben konnte ich Deutschlehrer, die es schaffen, in Informatikklausuren (allein die Tatsache, dass ein Deutschlehrer aufgrund seiner Erfahrungen mit Word und PowerPoint Informatik unterrichtet, sollte meiner Ansicht nach verboten werden, aber nun gut) in drei Absätze 11 Fehler einzubauen, nicht wirklich ernst nehmen – ähnlich geht es mir heute mit Kommilitonen, die nicht in der Lage sind, einen vernünftigen deutschen Satz zu schreiben… man kann sich doch wenigstens Mühe geben?

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ZZ Top wieder auf Tour

Nyx am 26. April 2011 um 19:53

Sonne, 21°C… und mein Bonsaimoped war der Meinung, nach’m Einstellen des Bremslichtschalters müssenwa nomma los… und überhaupt, man will ja auch zeitnah zum längst überfälligen TÜV.

Also die Mopedstiefelchen, Helm und Handschuhe mit einem wesentlich zu großen Kapuzenpulli und der schäbigsten Hose kombiniert, die ich gerade gefunden habe, das Mopedchen wachgeküsst, nachdem ich den gröbsten Staub runtergepustet hatte und ab dafür, ich sah wieder aus wie Prinzessin Penner on Tour… eigentlich nicht wichtig, da wie immer, spielt aber nachher noch ‚ne Rolle. Zweimal um’n Block, einmal um die Umgehungsstraße… so richtig trau‘ ich dem Frieden mit dem frisch instandgesetzten Benzinhahn noch nicht, aber gut… dann halt nomma aufe Hausstrecke bummeln… bis ich es an der Kreuzung im Spiegel sah.

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