Frau Nyx erobert die Beauty-Welt – Teil 1: Die Mascaraapokalypse

Nyx am 11. Februar 2010 um 14:07

Mein ganz persönlicher Grundstein dafür, alt und spießig zu werden, ist gelegt: Ich habe es getan… ich war in einer Parfümerie und habe tatsächlich dort eingekauft.

Bevor Ihr jetzt beschließt, diesen Spießerartikel nicht weiter zu lesen, lasst mich kurz berichten, wie es dazu kam: Neulich erlebte ich die absolute mascaratechnische Apokalypse… quasi den Wimperntusche-GAU aller erster Güte.

Alles ist startklar zum Date, die Frisur sitzt (für meine Verhältnisse), klamottentechnisch hab’ ich ausnahmsweise auch mal nicht Modell „Prinzessin Penner“ aus dem Schrank gezogen – jetzt noch schnell Wimperntusche und – Momeeeeent… das Krümelzeug kann nicht deren Ernst sein nach einem Monat… außerdem riecht das Zeug ein bisschen nach einer Mischung aus Tümpel und Stall… ab in die Tonne, ungetestet.

Da sie das „ich halte nur einen Monat“-Zeug (im Nachhinein betrachtet wohl glücklicherweise) als ich nachzukaufen plante, nicht mehr da hatten, zeigte ich mich besonders experimentierfreudig – kann man im unter-10-Euro-Segment mal machen, dachte ich mir.

Falsch gedacht.

Silikonbürstchen sollen bei Wimperntusche ja der schminktechnischen Weisheit letzter Schluss sein – ich muss ganz ehrlich sagen, mich hat das nicht überzeugt: Aufgeschraubt, das typische *SCHLUUUUUURP*-Geräusch (Mädels sowie Kerle, welche sich auf den Thron setzen gehen, während ihre bessere Hälfte vor dem Spiegel steht und sich anpinselt, wissen, was ich meine) – und zum Vorschein kommt einfach nur ein langer Stiel mit ein paar vereinzelten Pinökelchen drauf.

Skepsis kam auf… das konnte nicht funktionieren.
Tat es auch nicht.

So ein Silikonbürstchen an sich scheint ob seiner Struktur eine stärkere Anziehungskraft auf die durchschnittstdeutsche Wimperntusche zu haben als meine Wimpern – und wenn selbige dann mal nach minutenlangem Herummanipulieren ein bisschen Farbe abbekommen haben, färbt das Zeug auch noch für die nächsten 20 Minuten ab – ein Waschbär hätte nicht mehr nach Waschbär aussehen können im Gesicht, das ist quasi das Grauen in Fläschchen… immer wieder wischen, ein Wattestäbchenverbrauch ausschließlich zum Herumschmieren um die Augen herum, dass es jedem Ohrenarzt schlecht dabei würde (Ich weiß, man soll das nicht tun… aber mal im Ernst: Wie denn sonst?? Die Dinger sind dafür gemacht, und die HNO-Mafia versucht vergeblich, das wegzudiskutieren…) – kurz: Der Ausnahmezustand vor dem Spiegel… und ich wollte doch nur ein Bier trinken gehen.

Wenn das Zeug denn mal fest war, war’s hingegen auch fest: Nicht nur wasserfest, sondern auch weitestgehend resistent gegen Augenmakeupentferner, Seife, Duschgel, Shampoo, Handwaschpaste, Nagellackentferner und Verdünnung (!!) – habe ich spaßeshalber mal an einem alten Bürstchen ausprobiert… das kann nicht gesund sein, und beim kläglichen allabendlichen Versuch des Abschminkens brechen ohne Ende Wimpern ab – jedoch ohne nennenswerten Effekt an den verbleibenden… diese kleben aneinander und fristen auch nachts im Bett ihr schwarzbemaltes Dasein… irgendwie unschön.

Nun jedoch habe ich es getan… alles wird anders werden, ich war in einer Filiale einer größeren Parfümeriekette und berichtete einem der dort beschäftigten wandelnden Parfümflakons (zumindest riechen die Damen so), ich sei auf der Suche nach der mascaratechnischen Endlösung… nachdem deren Billigreihe von ähnlicher Qualität sein sollte wie der Drogerie-Scheiß, mit dem ich ja nun meine Erfahrungen gemacht habe, investierte ich ganze 19,50 € in einen Mascara der gehobenen Klasse – und was soll ich sagen? Nie wieder was Anderes!

Wenn ich mal rechne, und das Zeug hält sagen wir drei Monate… gebe ich im Jahr 78 € für Mascara aus… das ist ’ne Menge, keine Frage, ich habe schon geschluckt, als ich das feststellte. Wenn ich aber jeden Monat einen Mascara für 8 € kaufe (was bisher ungefähr hinkam) – tataaaaaa! 96 € im Jahr… das war mir so nicht bewusst.

Wenn ich jetzt noch bedenke, wie ich mich mit dem „Billigzeug“, das im Nachhinein betrachtet gar nicht so billig war, bereits gequält habe – nee, das kann’s nicht sein, vor allem, wenn man jetzt mal mit dem Parfümeriezeug vergleicht:

Der Kram ist absolut wasserfest… und nicht nur das: Heulen, schwitzen – alles kein Problem, und nach dem Auftragen (von einem Bürstchen, mit dem das auch möglich ist) sofort trocken.

Der Clou ist aber das Abschminken: Funktioniert mit warmem Wasser (ab 39°C) und sonst nichts… Abschminkchemiezeugs, das zum absoluten Ölteppich auf den Augen führt und nebenbei 6 Euro kostet, gespart… ja, ich bin partiell eine Tussi und das ist auch gut so.

Lesen Sie in der nächsten Folge von „Frau Nyx erobert die Beauty-Welt“: Nyxchen im Haarparadies, ein Drama in mehreren Akten… aber vorher muss ich die Tüte aus’m Naturkosmetikladen ausräumen.

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