Spaß mit der Dekra
Nyx am 3. Juni 2010 um 12:30Ich war die Tage bei der Dekra – aufpassen, wie der Vater unserer Nachbarin unseren Anhänger dort vorführt… den ans Mopped zu tüddeln wär’n büschen umständlich gewesen. Hat mich ja erst genervt, dass ich da mit hin sollte – ich wurde aber allerbestens entschädigt… was man da erlebt, geht zum Teil auf keine Kuhhaut:
Natürlich waren neben uns mit dem Anhänger auch die ganzen panischen nach-dem-Winter-nochmal-eben-TÜV-für’s-Mopped-Leutchen da – unter anderem einer mit ‘ner 1000er Fireblöd… so weit, so gut.
„Na, Puppe, gefällt Dir’s Mopped?“
„Hm, najoa, geht – ‘n büschen viel Plaste dran und’n büschen zu sauber – fährste dat Dings auch? – Ach nee, steht ja hinten dran, Saisonkennzeichen…“
Gut – der war dann glücklicherweise erstmal bedient und maultechnisch kampfunfähig, und ich konnte mich weiteren Beobachtungen hingeben.
Mr. Ich-bin-mit-der-Gesamtsituation-überfordert, im weiteren Verlauf der Geschichte unser Hauptdarsteller, war derweil dabei, seine Dreckfräse Marke Nichtmehrerkennbar (nachfolgende Recherchen ergaben, dass es sich am ehesten um eine XLR 125 gehandelt haben dürfte, die Bezeichnung „das Ding aus dem Sumpf“ trifft’s aber eigentlich auch ganz gut) hinten vom Wohnmobil zu zerren – dumm, dass er so geparkt hatte, dass er sich da mit unserem Hänger in die Quere kam – da stand er also mit seinem Talent, die Karre halb auf der Rampe, halb auf ebener Erde und wusste weder ein noch aus – der Nachbarinnenvater erbarmte sich dann auf meinen Wink hin, mit dem Gespann’n Stück vor zu fahren, damit der Überforderte seinen Eimer komplett abladen konnte.
Selbiger (also der Eimer, nicht Herr Wirr vom Dienst) schien schon länger bei Wind und Wetter (vor allem aber offensichtlich bei Wetter) sein Dasein hinten auf dem Wohnmobil gefristet zu haben – immerhin war das Zündschloss schon zugemoost genug, um das Eindringen des Zündschlüssels effektiv zu verhindern – nicht aber mit unserem genial-überforderten Protagonisten: Irgendwo in den Untiefen des begehbaren Werkzeugschrankes in seinem Wohnmobil fand sich eine nahezu leere Dose WD 40 (nachdem unendlich viel anderes Zeug sich beim Öffnen der Tür auf dem Parkplatz des Dekra-Etablissements verteilt hatte), was zumindest das Zündschlossproblem löste – dann folgte die große Überraschung: „Der Kollege, der die Moppeds prüft, macht gleich erstmal Pause – das letzte Mopped also bitte zuerst!“ – war mir recht, so konnte ich das Schauspiel weiter beobachten.
Während der schmierige Flirt… ääääähh, Firebladetreiber nicht ohne ein freundliches Nicken verschwand (ein „Und – willst mal ‘ne Runde hinten mit drauf??“ hätte auch noch gefehlt), hatte für unseren Freund den Sprüher nun also früher als erwartet die Stunde der Wahrheit geschlagen – den ersten Druck aufs Starterknöpfchen quittierte der Eimer mit einem müden Anspringversuch sowie ‘ner Menge Qualm und Mief und ich mit einem trockenen: „Na – riechen tut sie ja schon mal gut!“
Freude seitens des Dekra-Mannes: „Fahren Sie auch??“ – ein gequältes Lächeln seitens des Besitzers der Zwiebacksäge, der das Ding nun erstmal mit Müh und Not anschob, während ich mich nett mit dem Dekramacker unterhielt.
Derweil fand ein Prüfer Zeit für den Anhänger, und ich musste mich da aktiv wie akustisch einbringen, da der Nachbarinnenvater weder in der Lage war, die Nebelschlussleuchte zu finden (war aber auch irrelevant – funktioniert mit dem Adapter auf 7-polig ohnehin nicht), noch überhaupt den Prüfer zu verstehen („Blinker liiiiiinks!“ – „Waaaaaas??“ – „BLLLIIIIIIINKEEEEER LIIIIIIIIIINKS!!“) – ich konnte also nur von weitem mitkriegen, wie das etwas widerspenstige Mofachen noch mehrmals wieder ausging, am Ende jedoch trotzdem eine Plakette bekam – von Fahrzeugen, die nicht fahren, geht halt im Allgemeinen erstmal keine Gefährdung aus.
Leider hatte auch der Hänger zwischenzeitlich schon seine Plakette bekommen – ich konnte also dem Wiederaufladeunterfangen leider nicht beiwohnen… lustig war’s trotzdem: Ich glaub’ wenn zeitnah mal die Sonne scheint, setz’ ich mich mit’m Liegestuhl auf den Parkplatz der Dekra… das ist ganz ganz großes Kino da!