Zwei Seelen, ach, in meiner Brust.

Julia am 13. Juni 2010 um 20:25

Das Leben. Ist kompliziert.

Ich hatte doch alles, was ich wollte. Anscheinend nicht.

Sicherheit. Nähe. Wärme. Zufriedenheit. Schutz. Geliebtwerden. Verständnis. Vertrauen. Jemanden, der mir jeden genannten Wunsch erfüllte.

Anscheinend gab es Bedürfnisse, die nicht erfüllt wurden. Wünsche, die ich nicht benannt habe. Ich kann da nur mir die Schuld geben. Und habe einem sehr guten Menschen sehr weh getan.

Nahm mir zwei Wochen Bedenkzeit. Eine ist morgen um. In mir schwankt es immer noch. Wahrscheinlich werde ich dem sehr guten Menschen noch mehr weh tun. In einer Woche.

Und wofür? Für nicht beschreibbare Wünsche und Bedürfnisse. Die ich mir nun selbst erfüllen muss?

Da gibt es jemanden. Auf einem LARP kennengelernt. Wir schreiben großartige Mails. Wenn ich grad eine solche gelesen habe, bin ich beflügelt. Glücklich. Verliebt. Berührt. Mir ganz sicher.

Und dann kommt ein Sonntagabend. Der Depriabend: die Arbeit schiebt sich wieder ins Leben. Ich bin allein. Es ist am ganzen Wochenende keine Mail gekommen. Ich drücke fast minütlich auf den Aktualisieren-Button meines Mailprogramms. Es kommt keine. Und jetzt ist Fußball. Wahrscheinlich wird er es auch gucken und ich warte vergebens und selbstquälerisch vor dem PC. Und zweifle. Werde unsicher. Denke an das Alte, Sichere. Erinnere mich an das Gute. Denke, das lässt sich doch alles wieder hinbekommen.

Bin mir unsicher!

Bin immerhin noch so intelligent, nicht sofort zum Alten zurückzukehren. Sondern auf den nächsten Tag zu warten. Oder auf die nächste Mail? Was ist los mit mir? Was will ich eigentlich? Kann mir das bitte jemand sagen?!

Soll ich selbst wieder eine Mail schreiben? Um des Näher-sein-Willens? Oder lass ich das, ist das so anbiedernd, kriecherisch?

Zwei Seelen, ach, in meiner Brust.

Ahhhhhhhh!

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